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  • Sarah Schoeneich

"Das Ziel bestimmt die Strategie"

Aktualisiert: März 23

(Georg-Wilhelm Exler)


In dem Artikel über Bedürfnisse hab ich schon beschrieben, dass Strategien bestimmte Abläufe von Gedanken oder Verhalten sind, die wir nutzen, um unseren Alltag zu bewältigen.

Sie dienen uns, um ebendiese Bedürfnisse zu befriedigen.

Strategien sind das Ergebnis von Sozialisierung und Erfahrungen, die wir gesammelt haben. Sie sind also erlernt und mitunter tief in uns verankert. Und sie sind zumindest zu einen bestimmten Zeitpunkt oder für einen bestimmten Zeitraum im Leben hilfreich. Das bedeutet auch, dass wir immer die beste Strategie nutzen, die uns zur Verfügung steht. Was nicht heißt, dass diese die beste oder logischste oder mit anderen Menschen verträglichste Strategie ist.


Eine meiner Strategien war es zum Beispiel, mich mit Essen vollzustopfen, wenn ich eine innere Leere gespürt habe oder eine Gefühlsregung hatte, die ich nicht einordnen konnte. Das hat eine ganze Weile sehr gut funktioniert, weil mein voller Bauch mich von den negativen Gefühlen abgelenkt hat. Das war natürlich nicht besonders gesund und hat auch nicht dazu geführt, die Gefühle irgendwie zu verarbeiten. Als ich das verstanden hatte, konnte ich mich nach neuen Methoden für die Bewältigung dieser Gefühle umschauen.


Manchmal merken wir also, dass uns eine Strategie für die Bewältigung einer Aufgabe nicht mehr dient. Und wenn wir ein unerwünschtes Verhalten an den Tag legen, dann meistens, weil wir noch keine andere Strategie haben.


Das wunderbare an unserem Gehirn ist seine Neuroplastizität: die Strukturen darin sind veränderbar. Das bedeutet, dass wir Strategien, die uns nicht mehr dienen, ablegen und dafür neue, hilfreichere Strategien erlernen können.


Großartig oder?


Wenn du Lust hast, schau Dir doch gerne mal deine Bedürfnisse an und die Strategien, die Du verwendest. Wenn Du darin ein bisschen geübt bist, dann kannst Du sogar auch mit anderen darüber sprechen, bspw. wenn es einen Konflikt gibt. Denn oft entstehen die, weil viele von uns es nicht gelernt haben, die eigenen Bedürfnisse zu kommunizieren. Oder weil ich von ausgehe, dass meine Strategie auch für andere funktionieren muss.

Darüber ins Gespräch zu gehen kann sehr heilsam sein und Deinen Beziehungen und Freundschaften eine neue Tiefe geben.


Wenn Du Deine Erfahrungen teilen möchtest, lass gern einen Kommentar hier!

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