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Heilung von Trauma mit NARM | Das Neuroaffektive Beziehungsmodell


NARM ist die Abkürzung für den englischen Begriff Neuroaffective Relational Model und wurde entwickelt von Laurence Heller und Aline LaPierre. NARM ist ein körperorientierter psychodynamischer Ansatz für die Behandlung von Entwicklungstrauma, der traditionelle mit innovativen Therapieansätzen und Theorien verknüpft.


Im Verständnis von NARM gibt es fünf biologisch bedingte Kernbedürfnisse:

  • Kontakt

  • Einstimmung

  • Vertrauen

  • Autonomie (& Verbindung)

  • Liebe/Sexualität

Wenn diese Bedürfnisse angemessen bedient werden, dann bilden sich die zugehörigen Fähigkeiten aus (siehe Tabelle)

Heller&LaPierre: Entwicklungstrauma heilen, S. 12
Heller&LaPierre: Entwicklungstrauma heilen, S. 12

Wenn die Kernbedürfnisse, vor allem im Kleinkindalter, jedoch nicht oder nicht hinreichend erfüllt sind, entwickeln sich an dieser Stelle Kernkonflikte.


Um mit den Kernkonflikten umgehen zu können, entwickelt ein Mensch zur Kompensation wiederum spezifische Überlebens-Strategien. Diese sind benannt nach den Kernbedürfnissen:

  • Kontakt-Überlebens-Strategie

  • Einstimmungs-Überlebens-Strategie

  • Vertrauens-Überlebens-Strategie

  • Autonomie (& Verbindung)-Überlebens-Strategie

  • Liebe/Sexualität-Überlebens-Strategie

Heller&LaPierre: Entwicklungstrauma heilen, S. 12
Heller&LaPierre: Entwicklungstrauma heilen, S. 14

Diese Strategien bringen Kernprobleme mit sich, die einem dann im Alltag häufig Schwierigkeiten bereiten (siehe Tabelle).


Ein Beispiel eines Ausdrucks dieser Dilemmata ist eine Situation mit meinem guten Freund, die ich in einem anderen Blogartikel beschrieben habe. Ich habe oft das Gefühl, die Kontrolle behalten zu müssen, weil ein Teil meines Systems glaubt, dass sonst unhaltbarer Schmerz droht (Vertrauens-Dilemma). Außerdem habe ich eine Ambivalenz damit, unverblümt meine Meinung zu sagen und gleichzeitig in Verbindung zu sein. Für mich gibt es entweder das eine (Autonomie) und ich poltere damit raus, ohne Rücksicht auf Verluste, oder das andere (Verbindung) und ich sage ja und Amen zu allem, obwohl ich eigentlich etwas anderes brauche. (Deswegen nennen wir in Holistic Bodywork diese Struktur auch Autonomie-und-Verbindungs-Dilemma oder -Überlebensstruktur.)


Die Bewusstheit darüber erlaubt es mir, in geschützten Situationen zu erfahren, dass ich mein Selbst ausdrücken kann und mein Gegenüber trotzdem bleibt.

So kann Heilung entstehen.


Körperorientierung

Im therapeutischen Kontext ist eines der besonderen Dinge an NARM, dass sogenannte Top-Down- mit Bottom-Up-Ansätzen verknüpft werden. Das Vorgehen von oben nach unten arbeitet überwiegend mit Kognitionen, also "vom Kopf her". Das Vorgehen von unten nach oben fokussiert auf den Körper, das Spürbewusstein (somatic mindfulness), im Körper gespeicherte Emotionen und instinktive Reaktionen, die die limbischen und kortikalen Areale des Gehirns beeinflussen. Die Integration beider Herangehensweisen erweitert erheblich die therapeutischen Optionen in der Arbeit mit Entwicklungstrauma. Außerdem ermöglicht es dieser Ansatz, mit dem zu arbeiten, was uns im Hier und Jetzt dabei im Weg steht, ein erfülltes und zufriedenes Leben zu haben. Dabei wird die Vergangenheit der Person nicht außer Acht gelassen, aber sie wird nicht zum Hauptgegenstand der Therapie. Somit geht es nicht darum, herauszufinden, was im Dort und Damals alles falsch gelaufen ist und warum eine Person davon so stark beeinflusst wird, sondern es geht darum, im Hier und Jetzt handlungsfähig zu werden.


Wenn Du Dich für NARM interessierst, kann ich das Buch von Heller&LaPierre wärmstens empfehlen. Und natürlich kannst Du auch immer hier fragen =)

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