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  • Sarah Schoeneich

Stress, Gehirn und Lernen - warum in Krisen Veränderung schwierig sein kann - und was dabei hilft

Ich höre immer mal wieder in meinen Kursen und Coachings, dass die Veränderung dem Klienten nicht schnell genug geht. Dass man sich doch nun auf den Weg gemacht habe und warum verdammt noch mal nichts passiere. Kennst du das?


Eine Möglichkeit ist natürlich, dass die angebotenen Strategien einfach noch nicht die richtigen sind.


Eine weitere Möglichkeit ist, dass dein Nervensystem noch in einem Zustand ist, in dem es einfach noch nicht möglich für dich ist, neuen Input in deinem Gedächtnis zu verankern und neue Verhaltensweisen zu etablieren.


Prof. Dr. Leisen, Experte für den Fremdspracherwerb, hat dies kürzlich so dargestellt:


Wenn dein System also aufgrund von Krisen, Trauma und anderen schwierigen Lebenslagen beeinflusst ist, kann es sein, dass das Arbeitsgedächtnis des Gehirns überlastet ist und deshalb keine oder wenige neue Dinge aufnehmen kann.


Wie das Gehirn mit dem Nervensystem verbunden ist, erkläre ich an anderer Stelle. Hier ist wichtig zu wissen, dass das Nervensystem drei Zustände kennt:



Wenn wir entspannt sind, können wir uns mit Leichtigkeit mit Themen auseinandersetzen, sozial interagieren und neue Erfahrungen können vom Kurz- ins Langzeitgedächtnis überführt werden.

Wenn das Nervensystem sich aber in orange befindet, sind wir im Kampf-/Fluchtmodus. Hier werden Stresshormone ausgeschüttet, die dafür sorgen, dass wir eben kämpfen oder fliehen können (diese Körperfunktionen sind uralt und gleichsam immernoch so veranlagt). In diesem Zustand ist lernen vom System nicht erwünscht und beabsichtigt (wenn Dir ein säbelzahntiger begegnet, ist es ja auch sinnvoll, dass du dich dann nicht mit Matheformeln beschäftigst). Erst, wenn dein System wieder in grün ist, du wegrennen und dich erholen konntest, kann eine Lernerfahrung verankert werden (z.B. nicht vor dem Baum des Tigers schlafen).


Wenn du also konstant im Stress oder sogar im Burnout bist, ist es sinnvoll, Dinge zu tun, die dein Nervensystem regulieren. Dafür kannst du entweder auf Entspannung abzielen oder auch erstmal die Anspannung aus deinem Körper herausleiten. Für letzteres eignet sich z.B.

  • Dynamisches, kraftvolles Yoga

  • Sport

  • Musik hören und tanzen

  • deinen Körper schütteln

  • usw.


Für Entspannung kannst du bspw.

  • ruhiges Yoga üben (z.B. Traumasensibles Yoga)

  • Entspannende Musik hören, die regulierend aufs NS wirkt

  • spazieren gehen

  • Usw.


Probier gern aus, was für dich aktuell passt. Ich lade dich ein, möglichst offen und wertfrei Dinge auszuprobieren. So wirst du sicherlich etwas finden, was dich unterstützt.

Ich habe beispielsweise für mich herausgefunden, dass es mir vor und auch nach herausfordernden Gesprächen gut tut, aufs WC zu gehen und mich dort einmal durchzuschütteln. Danach kann ich dann gut den Atem zur weiteren Beruhigung einsetzen.


Mach dir vielleicht sogar eine Liste, auf die du diese Dinge schreibst, damit du in Krisensituationen schnell Ideen hast, was dich unterstützen könnte.


Ich wünsche dir von Herzen alles Gute und viel Erfolg bei Regulation und Lernen 🧩

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